26. November 2019 – Pflegemaßnahmen am Wald-Flachmoor bei Struth

Das Naturdenkmal „Wald-Flachmoor“ als Teil des Naturschutzgebietes „Frießnitzer See – Struth“ liegt etwas versteckt in einem kleinen Waldgebiet am Sandberg, zwischen den Orten Struth und Porstendorf.

Wald-Flachmoor © Foto: Lutz Wolfram

Diese kleine Moorfläche ist der Lebensraum des Moosbeeren-Scheckenfalter (Boloria aquilonaris), auch Hochmoor-Perlmutterfalter genannt. Zum Überleben benötigen die Raupen des Falters die namensgebende Moosbeere (Vaccinium oxycoccos).

Moosbeeren-Scheckenfalter (Boloria aquilonaris)
Rote Liste Deutschland: 2 (stark gefährdet)
Rote Liste Thüringen: 1 (vom Aussterben bedroht)

Moosbeeren-Scheckenfalter (Boloria aquilonaris) © Foto: Leo/fokus-natur.de

Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
Rote Liste Deutschland: 3 (gefährdet)
Rote Liste Thüringen: 2 (stark gefährdet)

Da der Damm am Ablauf nicht mehr dicht war und sich der Zustand des kleinen Moores in den letzten Jahren immer weiter verschlechterte hat, besonders stark war dies in den sehr trockenen Sommern 2018 und 2019 zu sehen, wurden nun in der zweiten Hälfte des Jahres der Damm abgedichtet. Für die Umsetzung der Arbeiten beauftragte das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) die Stiftung Naturschutz Thüringen mit der fachlichen Betreuung der landeseigenen Naturschutzflächen des Freistaates. Der technische Teil des Liegenschaftsmanagements liegt in den Händen der Thüringer Landgesellschaft (ThLG).

21. November 2019 – QR-Codes von ornitho.de

QR-Code
QR-Code © Foto: Lutz Wolfram

Der Aussichtsturm am Frießnitzer See hat sich seit der Fertigstellung der Revitalisierungsarbeiten 2014, am und um den See, zu einem Magneten für viele Vogelbeobachter und Naturfotographen entwickelt.

Damit sich Besucher des Turmes zukünftig über aktuelle Vogelsichtungen in dem Gebiet informieren können, wurde am 20.11.2019 im unteren Teil des Turmes ein QR-Code von ornitho.de angebracht. Über diesen QR-Codes können alle Besucherinnen und Besuchern aktuelle Vogelbeobachtungen abrufen.

Vielleicht weckt die Nutzung dieses QR-Codes bei Ihrem nächsten Besuch am Turm den Wunsch auch Ihre Beobachtungen an ornitho.de zu melden.

Auch dies ist möglich, wenn auch nicht über den QR-Code, aber über die App NaturaList.

Schautafel und QR-Code
Schautafel und QR-Code © Foto: Lutz Wolfram

1. Oktober 2019 – Moorentenpärchen und Bekassine am Frießnitzer See

Am 1. Oktober 2019 konnte ein Moorentenpärchen und eine Bekassine am Frießnitzer See beobachtet werden. Herr H. – J. Fengler konnte diesen Besuch beobachten und stellet uns seine Bilder zur Verfügung.

Die Moorente (Aythya nyroca) gehört zu der Familie der Entenvögel aus der Gattung der Tauchenten. ist ein Brutvogel gemäßigter Breiten, die in West- und Mitteleuropa nur vereinzelt mit wenigen Brutpaaren brütet. Ihr Verbreitungsschwerpunkt sind die Steppen und Halbwüstenzonen der Ukraine. Gebietsweise ist die Moorente jedoch in kleiner Zahl ein Überwinterungsgast. Zunehmend werden im Freiland auch Gefangenschaftsflüchtlinge dieser leicht zu züchtenden Art beobachtet.

Textquelle: Wikipedia/Moorente

Die Bekassine (Gallinago gallinago) ist eine sehr langschnäbelige, mittelgroße Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Sie ist über große Teile der Paläarktis verbreitet und überwintert überwiegend in den Subtropen und Tropen der Alten Welt. Sie besiedelt zur Brutzeit Moore, Feuchtgrünland und Wiesen; zur Zugzeit ist sie wie die meisten Watvögel auf schlammigen Flächen an Binnengewässern und Küsten zu finden. Charakteristisch ist der Balzflug, bei dem der Vogel sich aus großer Höhe senkrecht herabfallen lässt und mit abgespreizten, äußeren Steuerfedern ein „wummerndes“ oder „meckerndes“ Geräusch erzeugt. Dieses Geräusch brachte ihr auch den im Volksmund gebräuchlichen Namen „Himmelsziege„ ein.

Textquelle: Wikipedia/Bekassine

31. August 2019 – Wassermangel am Frießnitzer See

Das Jahr 2018 war schon ein sehr trockenes Jahr, aber 2019 folgte nun erneut eine lange Trockenheit, so dass die Auswirkungen des Wassermangels ist nun auch am Frießnitzer See zu sehen. Wie auf den Fotos vom 25.08.2019 zu sehen ist, sind weite Bereiche des Sees trockengefallen.

Das Gesamtwassereinzugsgebiet des Frießnitzer Sees beträgt 48,06 km2 Welches sich auf die vier Zuflüsse aufteilt Struthbach (9,68 km2),Floßbach (9,56 km2), Schießbach (4,22 km2) und Seebach (24,6 km2).

Frießnitzer See am 25. August 2019 © Fotos: Lutz Wolfram / NABU Gera-Greiz e.V.

16. August 2019 – Säbelschnäbler am Frießnitzer See

Am 16.08.2019 konnte Herr H. – J. Fengler einen Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) bei seinem Besuch am Frießnitzer See beobachten.
Weitere Informationen zum Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta)

Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) © Fotos: H. – J. Fengler

04. August 2019 – Schwarzstörche(Ciconia nigra) zu Gast am Frießnitzer See

Anfang August besuchten zwei Schwarzstörche (Ciconia nigra) den Frießnitzer See.
Frau Alke Kropp‎ konnte diesen seltenen Besuch auf den nachfolgenden Fotos festhalten.

© Fotos: Alke Kropp‎

Hier einige Informationen zum Schwarzstorch (Ciconia nigra):

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist der einzige europäische Verwandte des Weißstorchs. Er zeichnet sich durch sein schwarzes Gefieder, das bei Altvögeln oft metallisch grün schimmert, und eine weiß gefärbte Bauchseite aus. Im Gegensatz zum Weißstorch meidet er menschliche Siedlungen. Mit seinen 95 cm Körpergröße ist er etwas kleiner als sein weißer Verwandter. Er brütet verborgen in Laub- und Mischwäldern und errichtet sein Nest auf 10 bis 20 Meter hohen Bäumen. Diese Lebensweise hat ihm auch den Namen Waldstorch eingebracht.

Textquelle: NABU
Langbeinige Kosmopoliten
Der Weißstorch und seine Verwandtschaft

22. Juli 2019 – Natura 2000- Station „Osterland“

Die Natura 2000- Station „Osterland“ als für das Gebiet zuständige Station, möchte an das bereits erfolgreich abgeschlossenes Revitalisierungprojekt (2012-2014) anknüpfen. Für eine Erweiterung der Beweidung des Gebietes durch eine zweite Wasserbüffelherde, konnte die Agrargenossenschaft Niederpöllnitz gewonnen werden, so das Ende 2018 der Aufbau einer weiteren Herde mit Jungtieren aus der ersten Herde begonnen werden konnte.

Büffelbeweidung im FFH-Gebiet Frießnitzer See

Büffel in der Landschaftspflege – Im Jahr 2018 setzte die Natura-2000-Station Osterland erfolgreich ein Beweidungsprojekt mit Wasserbüffeln um. Im Naturschutzgebiet Frießnitzer See konnte auf einer 20 ha großen Weidefläche eine Herde Karpatenbüffel angesiedelt werden. Als „Landschaftspfleger“ leisten die Tiere einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Thüringen.

Das zum Text gehörende Video findet Ihr hier:

10. Juli 2019 – Besuch bei den Wasserbüffeln

Im Sommer 2014 wurde das Revitalisierungsprojekt im Naturschutzgebiet Frießnitzer See/Struht abgeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt hat sich am See und dem Feuchtgebiet viel getan.

So hat sich die Vegetationsstruktur des Feuchtgebietes durch die extensive Beweidung deutlich verändert. Es sind freie Flächen und Wege entstanden, so dass sich Inseln aus Schilf, Rohrkolben und Waldsimse mit durch das Gewicht der Tiere entstandene Schneisen, Trampelpfaden und freien Rohbodenstellen abwechseln. Da die Wasserbüffel die Kleingewässer von Beginn an als Tränke und Badegewässer angenommen haben, wurden diese von zu starkem Bewuchs freigehalten, was den Amphibien zugutekommt. Wurden vor 2014 in den Kleingewässern keine Amphibien nachgewiesen, so hat sich die Situation in den Jahren nach 2014 für diese Tiergruppe zum Positiven verändert, so das es inzwischen Nachweise von Grünfröschen gibt.

Verbesserungen der Brutvögel in dem Gebiet konnten schon 2015 durch das „Ornithologisches Gutachten, Erfassung der Brutvögel 2015 im SPA „Auma-Aue mit Wolcheteiche und Struthbach-Niederung“ Teilfläche Frießnitzer See und angrenzendes Weideland“ nachgewiesen werden. Bei der Erfassung konnten 48 Brutvogelarten nachgewiesen werden, 18 davon im Bereich der extensiven Beweidung.
Einzelheiten des Gutachtens können hier nachgelesen werden:
http://friessnitzer-see.de/ornithologisches-gutachten-2015/

Für eine weitere Untersuchung des Zustandes des Naturschutzgebietes fand im Frühjahr und Sommer 2017 eine Untersuchung der Zikadenfauna statt.
„Die Zikaden, als Taxonomisch und funktionell hochdiverse und zugleich in Bezug auf Pflegemaßnahmen hochsensible Gruppe, sind für solche Erfolgskontrollen sehr gut geeignet (1).

Bei der Untersuchung auf 15 Flächen konnten 125 Zikadenarten mit 10191 Individuen erfasst werden. Bei der Untersuchung konnten auch einige besondere Arten nachgewiesen werden.

Bei den Arten handelt es sich um (1):

  • Die Kaspische Schilfzirpe (Paralimus lugens), zweiter Fund für Thüringen und dritter für Deutschland / Rote Liste 1 Deutschland, Deutschland trägt für die isolierten Vorposten dieser östlichen Art Verantwortung.
  • Scherenzirpe (Parapotes reticulatus), Rote Liste 1 Thüringen und Deutschland, verschwindende Art nährstoffarmer Gewässerufer.
  • Weißlippen-Spornzikade (Delphacodes capnodes), Rote Liste 1 Thüringen und Rote Liste 2 Deutschland., ein seltener Moorbesiedler.
  • Diademzirpe (Cosmotettix caudatus), fünfter Fund in Thüringen, Rote Liste Thüringen und Deutschland, eine seltene, in ganz Mitteleuropa stark zurückgehende Art extensiver Feuchtweiden.
  • Braune Spornzikade (Paraliburnia clypealis), Neufund für Thüringen, Rote Liste Deutschland, ein in Mitteleuropa vor allen auf die Norddeutsche Tiefebene beschränkter Zwischen- und Niedermoorbesiedler.

Bei einem Vergleich der Artenzahlen zwischen der Büffelweide und der Mähwiesen konnte ein deutlicher Unterschied zu Gunsten der Weide festgestellt werden. Dieser Unterschied wird noch größer, wenn man die „Rote Liste Arten“ betrachtet.

Als Nebenbeobachtung konnte festgestellt werden, dass die Kurzflügelige Schwertschrecke (Conocephalus dorsalis) auf 4 Weidetranssekten, aber auf keiner Wiese gefunden wurde.

Seit 2018 wird durch einen weiteren Landwirt eine zweite Wasserbüffelherde im Naturschutzgebiet aufgebaut. Für den Aufbau der zweiten Herde, konnten Jungtiere aus dem Bestand der ersten Herde genutzt werden.

(1) Quelle der Informationen und Zitate:
Zeitschrift – „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“, Heft 4/2018, Artikel – „Kulturlandschaft benötigt unsere Hilfe: Wie am Frießnitzer See ein Großprojekt entstand“

Bei Interesse an dem Beitrag, kann das Heft hier bezogen werden:
https://www.thueringen.de/th8/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/

© Fotos: Frank Leo/fokus-natur.de

08. Juni 2019 – Graffiti in Aussichtsturm angebracht

Harth-Pöllnitz: In der Zeit vom 31.05. bis zum 06.06.2019 beschmierten bislang unbekannte Täter das Innere des Aussichtsturms am See in Frießnitz. Dabei wurde unter anderem die Buchstabenfolge ACAB verwendet.
Zeugenhinweise werden an die Polizeiinspektion Greiz, Tel.: 03661 6210 erbeten.

© Foto: Lutz Wolfram/NABU Gera-Greiz e.V.