Was ist das Naturschutzgebiet Frießnitzer See – Struth?

1. Naturschutzgebiet (NSG)
Durch die Bundesländer werden Gebiete wegen ihrem hohen Wert für den Naturschutz streng geschützt. Dazu werden Rechtsverordnungen mit entsprechenden Behandlungsrichtlinien erlassen und Pflege- und Entwicklungspläne erstellt.
Unterschutzstellung 1995, Fläche 355 ha.

2. Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH)
Die Europäische Union verlangte von den Mitgliedsstaaten die Ausweisung von Gebieten für ein europäisches Schutzgebietssystem. Aufgrund ihres hohen naturschutzfachlichen Wertes werden bestehende NSG oft in dieses Netz integriert. Unseres wurde mit einer Fläche von 354 ha im Jahr 2000 als Nr. 146 an die EU gemeldet. Grundsätzlich darf damit das Gebiet nicht negativ verändert werden.

3. Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA)
Derartige Flächen dienen dem Schutz seltener und bedrohter Vogelarten, insbesondere Zugvögel, welche auf ihrer langen Reise auf sichere Nahrungs- und Rastplätze angewiesen sind. Es gilt das Veränderungsverbot wie im FFH-Gebiet. Die Aufnahme erfolgte 2007 als Nr. 40 und umfasst zusammen mit dem Gebiet Auma-Aue/Wolcheteiche eine Fläche von 843 ha.

Warum das alles?
Wir wissen es alle, doch ignorieren wir es meistens: Vor unseren Augen gehen die Artenzahlen von Tieren und Pflanzen weiter rasant zurück. Schauen wir auf die Rote Liste Thüringens – also die traurige Auflistung schwindender Arten – so sehen wir, daß 35% der Vögel, 45% der Säugetiere, 81% der Fledermäuse und 52% der Lurche gefährdet sind. Aber nicht nur „höhere“ Tiere, auch die Kleinen sind betroffen: Über die Hälfte der Bock-, Blatt- oder Prachtkäfer, Bienen, Grabwespen oder Tagschmetterlinge, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Wo liegt der Wert?
Auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, ist das Gebiet durch seine Vielfalt verschiedenster Biotope gekennzeichnet: Teiche, Kleingewässer, Feucht- und Nasswiesen, ehemalige Sandgruben, Flachmoore, Sumpf- und Moorwälder bieten ein reiches Mosaik an Lebensräumen. Nirgends im Landkreis gibt es solche großen Röhrichtgebiete wie hier. Und schließlich ist der Frießnitzer See ein historisch bekanntes Vogelparadies.

Wann entstand was?
Der Frießnitzer See ist mit einer Burgruine vergleichbar, sind doch erste Hinweise auf sein Bestehen bereits seit dem Hochmittelalter bekannt. Auch wurde im Laufe der Jahrhunderte seine Gestalt vielfach verändert. Der hohe Sedimenteintrag des Buntsandsteins führte zu einer wechselnden Verlandung/Entschlammung, Vergrößerung/Verkleinerung und schließlich Dammaufschüttung, so dass der „See“ eigentlich ein Teich wurde – ein von Menschenhand geschaffener Biotop. Sein hoher Wert für die Natur wurde früh erkannt und schon im 19. Jahrhundert botanisch und ornithologisch untersucht, wobei die Ornithologie zu dieser Zeit vor allem mit der Flinte betrieben wurde. Erwähnt seien hier der „Vogelpastor“ Christian Ludwig Brehm, der Vater des berühmten Alfred Brehm, und Karl Theodor Liebe. In der DDR wurde am See eine Entenmast eingerichtet mit den negativen Folgen hoher Eutrophierung. Auch die Vegetation unterlag vielfältigen Veränderungen. So verhinderte die Trinkwasserzone im Verlandungsbereich lange Jahre eine wirkungsvolle Beweidung. Vor und nach der deutschen Wiedervereinigung hatte sich der Frießnitzer
Ornithologe Hans Günter Baum für das Gebiet eingesetzt und seine Unterschutzstellung voran getrieben. In den letzten Jahren wurden u. a. erfolgreich Schilf eingebracht und neue Kopfweiden gesteckt. In all der Zeit ist der See/Teich ein Hotspot der Ornithologie in Thüringen und ein Mekka für Birdwatcher geblieben, die heute das Spektiv anstatt der Flinte zum Einsatz bringen.
Mit der 2013 erfolgten Entschlämmung und einer extensiven Beweidung wird eine erhebliche Verbesserung des Biotopwertes, nicht nur für Vögel, zu erwarten sein.

Was ist zu beachten?
Sie befinden sich an der Markierung auf der Karte. Weitere Info-Tafeln zu Arten und Lebensräumen sind entlang der Wege zu finden. Ein Fernglas ist nützlich. Der Aussichtsturm befindet sich am Südufer. Wir bleiben auf den Wegen und halten Hunde an der Leine. Wir lärmen nicht und lassen keinen Abfall liegen. Pflanzen pflücken wir nicht und Tiere werden nicht gestört.
Für die leibliche Stärkung vor oder nach der Wanderung können die Gaststätten in Frießnitz und Mittelpöllnitz vorzüglich empfohlen werden.

Das Spiel – die Homepage
Auf den 10 Info-Tafeln um den See befinden sich je eine Frage, deren Antwort einen Teil des Lösungswortes darstellt. Dieses ist zugleich das Passwort für die hier gesperrten Seiten und so einen Anreiz darstellen den See zu besuchen und sich näher mit den Tafeln zu befassen.
Die Homepage bietet neben diesem Überblick über das NSG umfangreiche Informationen und Fotografien zu den darin beheimateten Arten.

Tipp: Das Lösungswort beschreibt einen Raum mit Leben. (10 Buchstaben – Großbuchstaben)