Das ENL Projekt

Juni 2012 bis Juli 2014

Im Jahr 2009 wurden größere Flächen der naturschutzfachlich wertvollen Verlandungszone und der angrenzenden Grünlandbereiche am Frießnitzer See, durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, von verschiedenen Besitzern gekauft. Im Oktober 2010 erfolgten dann der Kauf des Sees und kurz darauf auch der des Birkhausener Teiches. Die Revitalisierung des Frießnitzer Sees begann am 15.06.2012 und wurde im Juli 2014 abgeschlossen. Die Kosten dieses Projekts belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Der größte Teil davon kann aus Fördermitteln (rund 1,7 Mio Euro ) der EU und das Landes Thüringen. Der Eigenanteil in Höhe von rund 30.000 Euro wurde aus Spendengeldern aufgebracht. Arbeiten zur Revitalisierung des Sees waren dringend nötig, da die jahrzehntelange massive Schlammablagerung zu einer fast völligen Verdrängung des Wasserkörpers geführt hatte, die Schlammschicht war teilweise bis zu 3,35 m mächtig. Infolge der im Schlamm (Altlast aus DDR- Zeiten) enthaltenen Nährstoffen wie auch der ausgeprägten Verflachung des Wasserkörpers drohte die Entwicklung einer Mikroorganismenflora, die sich bei günstiger Witterung explosionsartigen vermehren kann und hierbei alles Leben im See infolge des Sauerstoffmangels absterben lässt. Zahlreiche Untersuchungen verschiedenster Zielsetzungen belegten immer wieder die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Entschlämmung und der fachgerechten extensiven Beweidung des Umlandes als dem Herzstück des Projekts, um die drohende Entgleisung des Sees zu verhindern. Kooperationspartner der NABU-Stiftung, die das Projekt federführend beantragt hatte, ist der hiesige NABU-Kreisverband Gera-Greiz e. V. als regionaler Betreuer und Ansprechpartner vor Ort. Seitens des Freistaates Thüringen ist die Obere Naturschutzbehörde in Thüringer Landesverwaltungsamt (Weimar) als Genehmigungsbehörde zugleich die Prüfaufsicht, die die korrekter Projektumsetzung zu kontrollieren hatte. Genehmigungspflichtig begleitet wurden die erforderlichen Arbeiten durch die untere Naturschutz- und Wasserbehörde im Landratsamt Greiz. Durch die geplante Räumung und Nachprofilierung des begradigten Struthbaches wurde der gewässerökologische Zustand des Frießnitzer Sees dauerhafte verbessert. Mit der Abdichtung der Gewässerböschungen in Richtung des Frießnitzer Sees wurde der bestehende unkontrollierte Wasserzustrom unterbunden. Der Bau eines Wehres im „Beigraben“ sorgt für ein regulierbares Zu- und Ablassen des Frießnitzer Sees. In den angrenzenden Feuchtwiesen wurden mehrere Kleingewässer als Laichplatz für Amphibien angelegten. Weitere Bestandteile des Projekts waren die Errichtung eines Beobachtungsturmes sowie der Ausbau eines „Brehm“ Rundwanderweges. Auf einer Fläche von rund 23 Hektar wird eine Beweidung mit Wasserbüffeln durchgeführt.

Parallel zum Frießnitzer See wurde der viel kleinere Birkhäuser Teich ebenfalls entschlammt. Um die konstante Wasserführung zu gewährleisten musste hier auch der stark verlandete Zulauf umfassend ertüchtigt werden.

Der Birkhausener Teich mit dem Erlenbruchsumpf zwischen 2011 und 2015.

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Der Birkhausener Teich am 15. April 2011, ein Jahr vor der Renaturierung.

Der Birkhausener Teich am 4. August 2012, der Teich wurde für die Entschlämmung trocken gelegt.

Die Entschlämmung am 25. Oktober 2012, die Arbeiten gehen weiter.

Mit dem Bagger wird der Schlamm auf LKWs verladen.

Der Erlenbruchsumpf am 20. Dezember 2012.

Der Erlenbruchsumpf am 20. Dezember 2012.

Der Erlenbruchsumpf am Birkhausener Teich
am 27. Mai 2012, fünf Monate vor der Renaturierung.

Der Beginn der Entschlämmung am 23. Oktober 2012 hatte dann auch gleich eine Überraschung parat. Als der Bagger in den Teich fahren wollte, rutschte er mit einer Kette in ein Schlammloch und mußte mühsam wieder aus dem Schlamm gezogen werden.

Der Schlamm wird mit einer Raupe zum Bagger geschoben.

Das neu errichtete Wehr mit Sohlrampe, zur Steuerung des Zuflusses für den Erlenbruchsumpf und den Teich am 20. Dezember 2012.

Der Erlenbruchsumpf am 3. Februar 2015.

Abriss der alten Futterküche am Frießnitzer See

Da das Gebäude der ehemaligen Futterküche nicht mehr benötigt wurde und auch baulich inzwischen in einem desolatem Zustand war, wurde das Gebäude im Zuge der Renaturierung abgerissen.
Bei der Vorbereitung des Abrisses, wurden wir bei der Beräumung und Entkernung des Gebäudes durch Jugendliche des Vereins Wendepunkt e.V. Bad Köstritz tatkräftig unterstützt.

Das Gebäude diente zu DDR-Zeiten als Futterküche für die im, am und auf dem See betriebene Karpfen und Entenmast.

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Instandsetzung des Struthbaches

Da der Struthbach an vielen Stellen in keinem guten Zustand war, machte es sich Erforderlich, diesen vor der Entschlämmung des Sees in stand zu setzen.
So musste aus den Bachverlauf, das angespülte Sediment entfernt werden, um einen kontinuierlichen Abfluss des Wassers wieder zu erreichen.
Auch war die Böschung an vielen Stellen zum Feuchtgebiet und zum See hin, durch frühere Hochwasser durchbrochen, so das an diesen Stellen unkontrolliert Wasser in den See laufen konnte, was eine Steuerung des Wasserstandes im See nicht zulassen würde.
Um diese Maßnahmen durchführen zu können, mussten auch die an einer Stelle der Bachböschung stehende Hybridpappeln gefällt werden.

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Bau des Sedimentdamms und des Sedimentbeckens

Von Oktober 2012 bis August 2013 wurde der Sedimentdamm und das Sedimentbecken durch die Wismut GmbH erneuert und ausgebaut.
Diese Arbeiten waren nötig geworden, da der alte Sedimentdamm nicht befahrbar war und hierdurch das Sedimentbecken seit Jahrzehnten nicht entschlammt werden konnte. Dies ermöglichte, das das Sediment aus den Zuflüssen nicht mehr aus dem See fern gehalten werden konnte, was die Verlandung des Sees beschleunigte und hierdurch den See an den Rand des ökologischen Kollaps brachte.
(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

14. November 2012

10. April 2013

23. Juli 2013

27. Juli 2013

14. November 2012

23. Juli 2013

23. Juli 2013

19. August 2013

Der Aussichtsturm

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Der Lehrpfad

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Entschlämmung des Frießnitzer See´s

Die Entschlämmung des Frießnitzer Sees, so wie des Birkhausener Teiches, wurde durch die Lengenfelder Recycling und Abbruch GmbH durchgeführt.
Bei den Arbeiten musste eine enorme Leistung, bei der Entschlämmung und der logistischen Umsetzung des Abtransportes, erbracht werden.

Hierbei wurden allein aus dem Frießnitzer See 95000 Kubikmeter Schlamm abtransportiert und teilweise Schlammdicken von über 3 Metern bewältigt. Die Menge des Schlammes entsprach etwa 8000 LKW-Ladungen.
Würde der Schlamm zu einer Mauer von 1 Meter Höhe und 1 Meter Breite verwendet, hätte diese Mauer eine Länge von etwa 95 Kilometern. Dies entspräche eine Strecke 12 Kilometer weiter wie von Frießnitz nach Erfurt.
Auch mussten die verschiedensten Probleme bei der Entschlämmung des Frießnitzer Sees gelöst werden. Das größte Problem, welches auch zu Zeitverzögerungen führte, war das Hochwasser Ende Mai bis Anfang Juni 2013. Durch die enormen Wassermengen welche durch den anhaltenden Starkregen in dieser Zeit anfielen, war innerhalb von wenigen Stunden, der gesamte See wieder mit Wasser geflutet. Dieses Wasser musste vor einer Weiterführung der Arbeiten erst wieder aufwändig aus dem See gepumpt werden.

(Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e. V.)

Entschlämmung des Frießnitzer See´s
19. August 2013

Entschlämmung des Frießnitzer See´s
1. Oktober 2013

Anlegen des Beigrabens
14. März 2013

Die neu angelegte Vogelinsel.
30. Dezember 2013

Der getrocknete Seeschlamm wird grün.
10. Juli 2013

Entschlämmung des Frießnitzer See´s
10. April 2013

Schlammprofil vom Frießnitzer See
7. November 2013

Seeschlamm auf einem Feld in der Nähe des Frießnitzer See´s
1. Oktober 2013

Entschlämmung des Frießnitzer See´s
2. Mai 2013

Die neu angelegte Vogelinsel.
4. August 2014